Die Gruppe wurde am 21. März 2020 gegründet und hatte am 6. April bereits über 1.500 Mitglieder. Wir haben die Gruppengründerin Nizana Brautmann telefonisch zu ihrem Engagement befragt.
Mit welchem Hintergrund bzw. aus welcher Intention heraus hast du die Facebook-Gruppe gegründet?
Ein Freund von mir ist Hausarzt. Er hat mir gesagt, dass er nicht weiß, was er in ein paar Tagen machen soll. Das Wartezimmer ist jetzt schon voll und die Masken gehen langsam aus. Die Praxis stellt den Patient*innen Masken zu Verfügung. So können sich die Angestellten der Praxis, der Arzt und die Patient*innen gegenseitig schützen. Ich habe die Gruppe gegründet, damit wir mit unserem Engagement zumindest die Praxen, Kliniken und das Pflegepersonal mit Masken versorgen können.
Kannst du einschätzen wie groß die Nachfrage nach Masken in Krankenhäusern, Kliniken und Praxen ist? Wieviele Anfragen bekommt ihr?
Die Nachfrage ist unermesslich. Es gibt wenige Krankenhäuser, Kliniken und Praxen, die vorgesorgt haben. Von den Pflegekräften, Kassierer*innen und Erzieher*innen mal ganz abgesehen. Es gibt aktuell auch keine oder kaum neue Masken zu bestellen.
In welchen Bezirken seid ihr aktuell aktiv?
Wir sind zurzeit in allen Bezirken aktiv.. Es gibt keinen Bezirk, den wir nicht mit Masken beliefern.
Ihr seid bereits über 1.000 Mitglieder. Wie organisiert Ihr euch?
Die größte Herausforderung in der Organisation ist, dass wir möglichst kurze und kontaktlose Lieferketten benötigen. Da wir jetzt schon so viele Mitglieder sind, arbeiten wir gerade daran, einen Überblick über jeden Bezirk zu bekommen. Also: Wer näht? Wer spendet? Wer liefert? Welche Krankenhäuser und Praxen werden in welchem Bezirk beliefert?
Wie schützt ihr euch selbst?
So weit es möglich ist, gehen die meisten Lieferungen kontaktlos in den Briefkasten. Die Hygienehinweise sind uns auch allen bekannt und werden in der Arbeit immer bedacht.
In der Facebook-Gruppe sind Mitglieder, die nähen, andere die Material spenden und diejenigen, die Masken suchen. Wieviele der Gruppen-Mitglieder nähen selbst Masken?
Das sind ungefähr 70%. Es gibt dabei diejenigen, die seit Tagen nichts anderes mehr machen und es gibt diejenigen, die das nebenbei mit Kind und Beruf in Einklang bringen.
Wie kann man euch unterstützen?
Wir suchen natürlich weiterhin nach Näher*innen. Und wir brauchen dringend Material: Stoff, Garn und Gummibänder gehen uns langsam aus. Alte Jersey-Bettlaken wären großartig. Daraus können wir die Bänder machen. Denn Gummibänder gibt es in Berlin nicht mehr zu kaufen und langsam auch nicht mehr zu bestellen. Auch Blumendraht wäre super. Damit kann man die Masken besser an der Nase fixieren. Das ist besonders im medizinischen Bereich vom Vorteil, Uns helfen auch schon kleine Mengen. Aus einem Bettlaken kann man z. B. eine Menge Masken nähen.
Es werden immer mehr Mitglieder und die Gruppe ist sehr aktiv. Wie fühlst du dich dabei?
Ich bin ganz oft den Tränen nahe. Ich finde das so rührend, wie groß der Wunsch ist, anderen unentgeltlich etwas Gutes zu tun. Das zeigt mir, dass die Menschen sehr altruistische Wesen sind und dass unsere Gesellschaft hier eine Riesenchance hat, sich darauf zu besinnen.
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Foto: Christiane Quandt | Aktualisiert: 06.04.2020

